#155 Was, wenn schon alles in dir ist? Warum Entwicklung nicht bedeutet, jemand anderer zu werden
Wir sprechen so oft von Entwicklung, als müssten wir irgendwann eine bessere Version von uns werden. Bewusster. Gelassener. Erfolgreicher. Spiritueller. Angekommener.
Und gerade auf einem spirituellen Weg kann daraus ganz schön viel Druck entstehen.
Aber was, wenn Entwicklung etwas ganz anderes bedeutet?
Was, wenn es nicht darum geht, jemand anderer zu werden, sondern immer mehr von dem freizulegen, was bereits in dir ist?
Es gibt zwei Shlokas aus der Bhagavad Gita – 3.35 und 18.47 –, die mich bei diesem Thema immer wieder erinnern. Beide sprechen davon, den eigenen Weg zu gehen und entsprechend der eigenen Natur zu handeln. Selbst dann, wenn dieser Weg noch unvollkommen erscheint.
Denn wir haben nicht alle dieselbe Aufgabe, dieselben Anlagen oder denselben Weg.
Und trotzdem vergleichen wir uns ständig. Gerade in einer Zeit, in der wir über Social Media so viele Ausschnitte aus dem Leben anderer sehen. Plötzlich scheint jemand weiter, bewusster, erfolgreicher oder „angekommener“ zu sein. Und wir verlieren den Kontakt zu uns selbst.
Vielleicht ist die wichtigere Frage deshalb nicht:
Wer muss ich noch werden?
Sondern:
Was darf in mir sichtbar werden?
Ich teile in dieser Folge auch ganz persönlich, wie ich selbst mit diesem Thema umgehe. Denn auch ich bin am Weg. Ich habe keine fertigen Antworten und stelle mich nicht über dich. Ich teile, was sich mir zeigt und was mich selbst immer wieder erinnert.
Entwicklung bedeutet nicht, jemand anderer zu werden. Sie bedeutet immer mehr von dem freizulegen, was du bereits in dir trägst.
Vielleicht darfst du genau darauf ein bisschen mehr vertrauen.
Ich freue mich, wenn du hineinhörst.
Effata
Christine
Magst du dir einen Raum schenken, indem du einfach sein darfst? Dann sei gerne beim nächsten **Sitzen im SoSein **dabei
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