#151 Wenn Dankbarkeit ehrlich wird – jenseits der Spiri-Bubble und Kalendersprüchen
In den letzten Monaten hat sich mein Blick auf Dankbarkeit verändert.
Lange dachte ich, Dankbarkeit hätte vor allem mit den schönen Seiten des Lebens zu tun. Mit dem, was gelingt. Mit den Momenten, in denen wir beschenkt werden und das Leben leicht erscheint.
Doch je länger ich hinschaue, desto mehr entdecke ich eine andere Form von Dankbarkeit. Eine, die nichts schönredet. Eine, die das Schwierige nicht ausschließt. Eine, die selbst dort auftauchen kann, wo wir uns das Leben ganz anders gewünscht hätten.
In dieser Folge nehme ich dich mit auf eine Reise durch die Dankbarkeitswoche von Sitzen im SoSein. Ich spreche über das Innehalten, über das Getragensein, über Verbundenheit, über das Wunder des Gewöhnlichen und über das Geschenk im Unvollkommenen.
Vor allem aber beschäftigt mich eine Frage:
Wie kann es sein, dass wir irgendwann für Erfahrungen dankbar werden, die wir uns niemals ausgesucht hätten?
Nicht, weil sie leicht waren. Nicht, weil sie angenehm waren. Sondern weil sie uns etwas gezeigt haben. Weil sie uns wachsen ließen. Weil sie uns tiefer ins Leben geführt haben.
Vielleicht ist Dankbarkeit viel mehr als ein positives Gefühl. Vielleicht ist sie eine Haltung. Eine Bereitschaft, dem Leben zu begegnen, wie es gerade ist. Mit all seiner Schönheit, aber auch mit seinen Brüchen und Herausforderungen.
In dieser Folge geht es deshalb nicht um spirituelle Schnelllösungen, nicht um positives Denken und auch nicht um die Aufforderung, einfach nur dankbar zu sein.
Es geht um eine ehrliche Dankbarkeit. Um eine Dankbarkeit, die das Leben nicht bewertet, sondern empfängt.
Und vielleicht magst du beim Zuhören immer wieder für einen Moment innehalten und dich fragen:
Wofür bin ich heute dankbar?
Nicht nur wegen der schönen Dinge. Sondern vielleicht auch wegen jener Erfahrungen, die mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin.
Effata
Christine
Kommentare
Neuer Kommentar