#148 Liebt einander - Warum echte Spiritualität im Alltag beginnt
Nach einer kleinen Pause gibt es heute wieder eine neue Folge – ganz nah an meinem Alltag.
Und genau das ist es auch, was ich gerade besonders spüre: Spiritualität zeigt sich nicht getrennt vom Leben, sondern genau dort – wo wir Menschen begegnen.
Lange Zeit habe ich sie anders erlebt: hier die lichtvolle Tiefe, dort das fordernde Menschsein. Heute zeigt sich mir immer klarer: Es gibt keine Trennung. Das Göttliche will im Alltag erfahren werden – in jeder Begegnung, in jedem Moment des Seins.
Gestern durfte ich einer 91-jährigen Frau begegnen. Mitten im Gemeindebau, ganz unscheinbar – und doch voller Weisheit. Sie erzählte von ihrem Leben, von Dunkelheit und von Liebe. 61 Jahre Ehe – und jeden Tag haben sie einander angesehen und das Göttliche im Gegenüber erkannt.
Und dann sagte sie: „Das Wichtigste ist – liebt einander.“
Diese Worte wirken nach. Denn sie tragen eine tiefe Wahrheit in sich: Wir erkennen uns selbst im Du. In der Begegnung. Im Spiegel des anderen.
Meine spirituelle Praxis, mein Rückzug, mein Sadhana – all das nährt mich. Doch verkörpert wird es erst im Leben. Dort, wo es vielleicht unbequem wird. Wo wir berührt werden, herausgefordert sind – und dennoch offen bleiben.
Heute, in kleinen Begegnungen vor meiner Praxis, habe ich genau das gespürt: Präsenz. Verbindung. Herz.
Vielleicht geht es nicht darum, dem Licht irgendwohin zu folgen. Sondern es hierher zu bringen – in unser Sprechen, unser Handeln, unser Miteinander.
Und vielleicht ist es genau das: Ich habe lange gewusst, dass es keine Trennung gibt – und jetzt kann ich es fühlen.
Liebt einander – und erkennt darin das Eine.
Viel Inspiration beim Hören
Effata
Christine
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